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Barrierefreiheit

Digitale Barrierefreiheit in Kommunen: So gelingt die Umsetzung

Ob Terminvereinbarung im Bürgerbüro, Online-Antrag oder Beteiligung an der Stadtentwicklung – Kommunen stellen ihren Bürgerinnen und Bürgern immer mehr digitale Angebote zur Verfügung.

Damit diese Angebote möglichst von allen Menschen genutzt werden können, spielt die digitale Barrierefreiheit in Kommunen eine entscheidende Rolle.

Für Städte, Gemeinden und Landkreise bedeutet dies, digitale Dienstleistungen so zu gestalten, dass auch Menschen mit Behinderungen selbstständig darauf zugreifen können.

Doch welche Herausforderungen bestehen in der kommunalen Praxis und wie lässt sich digitale Barrierefreiheit Schritt für Schritt umsetzen?

  • Warum ist digitale Barrierefreiheit für Kommunen wichtig?
  • Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Städte und Gemeinden?
  • Wo entstehen digitale Barrieren in Kommunen?
  • Digitale Barrierefreiheit in Kommunen umsetzen
  • Barrierefreie Bürgerbeteiligung in Städten und Gemeinden
  • Wie können Kommunen barrierefreie Online-Umfragen erstellen?

Warum ist digitale Barrierefreiheit für Kommunen wichtig?

Kommunale Verwaltungen sind für viele Menschen die erste Anlaufstelle bei Fragen und Anliegen des täglichen Lebens.

Dabei geht es beispielsweise um Wohnsitzanmeldungen, Kita-Anmeldungen, Bürgerinformationen, Terminbuchungen oder die Beteiligung an kommunalen Projekten.

Digitale Angebote können solche Prozesse deutlich erleichtern. Voraussetzung ist jedoch, dass sie zugänglich und verständlich gestaltet werden.

Wer eine Website nicht mit dem Screenreader nutzen oder einen Antrag nicht ohne Maus ausfüllen kann, ist von wichtigen Dienstleistungen möglicherweise ausgeschlossen.

Barrierefreiheit stärkt deshalb nicht nur die Nutzbarkeit digitaler Angebote, sondern auch die gesellschaftliche Teilhabe vor Ort.

Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Städte und Gemeinden?

Kommunen unterliegen als öffentliche Stellen im Rahmen der jeweils einschlägigen Regelungen Anforderungen an die digitale Barrierefreiheit.

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich insbesondere aus den jeweiligen Landesbehindertengleichstellungsgesetzen und den dazugehörigen landesrechtlichen Vorschriften.

Diese setzen Anforderungen an die Barrierefreiheit öffentlicher digitaler Angebote um.

Bei der konkreten Umsetzung sollten Kommunen deshalb prüfen, welche Regelungen in ihrem Bundesland gelten und welche Anforderungen an ihre Websites, Anwendungen und Dokumente gestellt werden.

Weiterführende Informationen zu den unterschiedlichen rechtlichen Ebenen finden Sie in unserem Artikel zur digitalen Barrierefreiheit in Behörden.

Wo entstehen digitale Barrieren in Kommunen?

Typische Probleme entstehen an den Stellen, an denen Bürgerinnen und Bürger mit digitalen Dienstleistungen interagieren.

Kommunale Websites

Unklare Navigationsstrukturen, geringe Farbkontraste und nicht ausreichend beschriftete Schaltflächen erschweren die Nutzung.

Online-Formulare

Komplexe Antragsformulare können besonders problematisch sein, wenn Eingabefelder nicht eindeutig beschriftet oder Fehlermeldungen unverständlich formuliert sind.

Digitale Dokumente

PDF-Dateien ohne passende Dokumentstruktur und Lesereihenfolge sind häufig nicht ausreichend zugänglich.

Bürgerbeteiligungsplattformen

Digitale Beteiligungsangebote können Menschen ausschließen, wenn Abstimmungen, Befragungen oder Rückmeldeformulare nicht mit unterstützenden Technologien bedient werden können.

Gerade bei kommunalen Beteiligungsverfahren ist das problematisch, weil möglichst unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ihre Perspektiven einbringen sollen.

Digitale Barrierefreiheit in Kommunen umsetzen: 5 Schritte

1. Digitale Angebote erfassen

Erstellen Sie eine Übersicht über kommunale Websites, Formulare, Online-Services und Beteiligungsangebote.

Identifizieren Sie besonders häufig genutzte Anwendungen und wichtige Verwaltungsvorgänge.

2. Bestehende Barrieren untersuchen

Prüfen Sie, ob Inhalte gut lesbar sind, Formulare mit der Tastatur funktionieren und Informationen mit Screenreadern zugänglich sind.

Automatisierte Prüfwerkzeuge können erste Hinweise liefern. Ergänzende manuelle Tests bleiben notwendig.

3. Zuständigkeiten festlegen

Digitale Barrierefreiheit sollte nicht ausschließlich als IT-Aufgabe behandelt werden.

Auch Mitarbeitende aus der Öffentlichkeitsarbeit, Fachabteilungen, Redaktion und Beschaffung tragen zur barrierefreien Gestaltung bei.

4. Bürgerinnen und Bürger einbeziehen

Menschen mit Behinderungen sollten möglichst früh in die Planung und Bewertung digitaler Angebote einbezogen werden.

Ihre Erfahrungen helfen dabei, Barrieren zu erkennen, die bei rein technischen Prüfungen übersehen werden.

5. Verbesserungen dauerhaft verankern

Berücksichtigen Sie Barrierefreiheit bei neuen Digitalprojekten, Softwarebeschaffungen und in der laufenden Pflege kommunaler Websites.

Eine strukturierte Prüfung unterstützt dabei, Änderungen nachzuhalten.

Nutzen Sie hierfür unsere Checkliste zur digitalen Barrierefreiheit.

Barrierefreie Bürgerbeteiligung in Städten und Gemeinden

Kommunen können digitale Befragungen einsetzen, um Menschen an Planungsprozessen und Entscheidungen zu beteiligen.

Typische Anwendungsfälle sind:

Stadtentwicklung: Meinungen zu neuen Wohngebieten, öffentlichen Plätzen oder geplanten Baumaßnahmen erfassen.

Mobilität: Rückmeldungen zum öffentlichen Nahverkehr, zu Radwegen oder zur Verkehrssicherheit sammeln.

Bürgerzufriedenheit: Die Erfahrungen mit kommunalen Dienstleistungen und Einrichtungen untersuchen.

Freizeit und Kultur: Wünsche zu Sportangeboten, Veranstaltungen und öffentlichen Einrichtungen ermitteln.

Digitale Verwaltung: Bürgerinnen und Bürger zu ihrer Erfahrung mit Online-Dienstleistungen befragen.

Damit solche Angebote möglichst viele Menschen erreichen, sollten die eingesetzten Umfragen zugänglich, verständlich und mit unterschiedlichen Endgeräten bedienbar sein.

Wie können Kommunen barrierefreie Online-Umfragen erstellen?

Bei einer kommunalen Online-Befragung sollten die Inhalte so gestaltet sein, dass Bürgerinnen und Bürger möglichst ohne zusätzliche Unterstützung teilnehmen können.

Dazu gehören kurze und verständliche Fragen, klar beschriftete Antwortmöglichkeiten und eine nachvollziehbare Navigation.

Komplexe Frageformate sollten nur eingesetzt werden, wenn sie tatsächlich erforderlich sind.

Außerdem empfiehlt es sich, Befragungen vor der Veröffentlichung mit Tastatur und Screenreader zu testen.

Mit easyfeedback können Kommunen digitale Befragungen durchführen und verschiedene Anforderungen an die barrierefreie Fragebogengestaltung berücksichtigen.

Ausführliche Empfehlungen finden Sie in unserer Anleitung Barrierefreie Umfragen erstellen.

Fazit: Barrierefreie Kommunen ermöglichen mehr Teilhabe

Digitale Barrierefreiheit ist ein wichtiger Bestandteil einer modernen und bürgernahen Kommune.

Sie erleichtert den Zugang zu Verwaltungsleistungen und trägt dazu bei, dass sich Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen an kommunalen Prozessen beteiligen können.

Mit klaren Zuständigkeiten, regelmäßigen Tests und einer barrierefreien Gestaltung neuer Angebote lassen sich digitale Hürden schrittweise reduzieren.

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