Warum du nicht beliebig viele Fragen in deiner Umfrage stellen solltest

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Umso mehr Feedback du erhältst, umso genauer kannst du deine Strategie auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ausrichten. Es ist daher nur allzu verständlich, dass du so viel wie möglich von deinen Teilnehmern in Erfahrung bringen möchtest. So passiert es leicht, dass in einer Umfrage viel zu viele Fragen gestellt werden.

Doch Vorsicht: Zu viele Fragen können kontraproduktiv sein und zu einer höheren Abbruchrate oder zu nicht qualifizierten Antworten führen.

Um dies zu vermeiden, beschäftigen wir uns mit der Fragestellung, wie viele Fragen in einer Umfrage sinnvoll sind und welche Kohärenz die Anzahl der Fragen und die Bindung an das Unternehmen hat.

Doch beginnen wir von vorne. Schauen wir uns zunächst einmal an, warum Personen überhaupt an Umfragen teilnehmen.

Das erwartet dich:

Der persönliche Nutzen jedes Umfrageteilnehmers

Der persönliche Nutzen jedes einzelnen Teilnehmers ist entscheidend für die Teilnahme an einer Umfrage. Sieht der Teilnehmer für sich keinen Nutzen, wird er vermutlich auch nicht an der Umfrage teilnehmen. Welchen Nutzen der Teilnehmer aus der Befragung zieht, kann ganz unterschiedliche Beweggründe haben.

So haben manche Teilnehmer das Bedürfnis einen Beitrag zu etwas Größerem zu leisten, beispielsweise an einem Prozess mitzuwirken und damit zum Allgemeinwohl beizutragen. Andere streben danach ihr Know-how mit anderen Menschen zu teilen und stillen durch die Teilnahme ihr Bedürfnis auf Wissensvermittlung.

Bei einer Mitarbeiterbefragung besteht durch die enge Bindung zum Arbeitgeber fast schon ein freiwilliger „Zwang“ zur Teilnahme, der persönliche Nutzen kann in diesem Fall die Verbesserung von Arbeitsprozessen oder Workflows sein, von denen der Mitarbeiter profitiert.

Der Nutzen kann aber auch ganz simple in der persönlichen Beziehung zum Autor der Umfrage liegen, beispielsweise die Teilnahme an der Studienumfrage des besten Freundes. Neben der persönlichen Beziehung zum Autor kann auch eine persönliche Beziehung zu dem Produkt und eine damit verbundenen Identifikation mit der Marke ein möglicher Beweggrund für die Teilnahme an einer Umfrage sein.

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Fehlt der persönliche Bezug, hilft es einen Anreiz beispielsweise in Form eines Gutschein- oder Rabattcodes oder dem Download eines White Papers zu setzen, um so auch Personen ohne bisherigen Kontakt zur Teilnahme zu motivieren (erkaufte Bindung).

Egal welches Bedürfnis deine Teilnehmer zu der Beteiligung motiviert, wichtig ist, dass alle diese Bedürfnisse einen gemeinsamen Nenner haben: die Bindung zum Autor. Besteht zwischen dir und den Teilnehmern bereits eine Bindung, so kannst du davon ausgehen, dass deine Teilnehmer mehr Fragen beantworten werden. Besteht dementgegen noch keinerlei persönliche Beziehung, werden die Teilnehmer vermutlich noch nicht bereit sein, eine zehnseitige Befragung mitzumachen.

Aus dieser Schlussfolgerung lässt sich folgende Faustregel für deine nächste Umfrage ableiten:

„Umso höher die Bindung, umso mehr Fragen kannst du stellen – und umgekehrt.“

Ein guter Einstieg zur Planung einer Umfrage ist daher der Ansatz, die Umfrage nach der Bindung zu der jeweiligen Zielgruppe aufzubauen.

Bei einer Mitarbeiterbefragung ist die Bindung durch das bestehende Arbeitsverhältnis generell hoch einzustufen. So sind Mitarbeiter eher gewillt komplexere und längere Befragungen zu beantworten.

Auch auf Social-Media-Kanälen besteht in der Regel eine hohe Bindung zwischen dem Influencer und seinen Followern, sodass auch hier davon auszugehen ist, dass die Follower bereitwillig einige Fragen beantworten werden.

Dagegen ist bei einer öffentlichen Befragung, die Bindung eher gering und somit auch die Bereitschaft komplexe und lange Fragebögen zu beantworten.

Lade ich beispielsweise über eine Anzeige zu der Befragung ein ohne die Zielgruppe zu kennen, ist möglicherweise noch gar keine Bindung vorhanden. Hier besteht bestenfalls eine Bindung zu dem Thema, beispielsweise bei einer Befragung von Rasierern ist von einer Themenidentifizierung bei Männern aller Altersklassen auszugehen.

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Unabhängig davon, wie hoch die Bindung zwischen Autor und Teilnehmer ist, kann die Abbruchquote und Qualität der Antworten positiv beeinflusst werden:

Abbruchquote und Qualität der Antworten positiv beeinflussen

#1 Persönliche Ansprache

Die Einladung ist der erste Kontakt zu deinen Teilnehmern. Überzeugst du hier nicht, springen dir die ersten Teilnehmer bereits vor der eigentlichen Umfrage ab. Mit einer kurzen charmanten Ansprache signalisierst du eine leichte Befragung, die nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Hingegen signalisiert ein komplexer, schwerer Text gegenteiliges und könnte bereits den einen oder anderen Teilnehmer verschrecken. Erkläre den Teilnehmern daher kurz und knapp dein Anliegen und welches Ziel du mit der Umfrage verfolgst. Sei dabei ehrlich und spreche mit deinen Teilnehmern auf Augenhöhe. So baust du eine Bindung auf und gibst den Teilnehmern das Gefühl aktiv mitwirken zu können.

#2 Fragebogenaufbau

Auch der Aufbau des Fragebogens hat einen großen Einfluss auf das Antwortverhalten deiner Teilnehmer. Stellst du beispielsweise lange, komplexe Fragen, so ist die Beantwortung für den Teilnehmer schwieriger und mit mehr Arbeitsaufwand und Zeit verbunden. Stellst du demgegenüber einfache Klickfragen, bei denen der Teilnehmer nicht lange überlegen muss, so wird er vermutlich auch mehr Fragen beantworten.

Setze offene Fragen gezielt ein. Stellst du viele offene Fragen, dann muss der Teilnehmer viel schreiben, was für ihn wiederrum aufwändiger ist. Hier kann es durchaus passieren, dass ab einem gewissen Punkt Fragen nicht mehr oder nur mit kurzen „unbrauchbaren“ Antworten beantwortet werden.

Platzierst du viele Fragen auf einer Seite, so wirkt die Befragung nach einem großen Aufwand. Verteilst du jedoch die Fragen auf mehreren Seiten, wirkt die Befragung wesentlich leichter.

#3 Kreativität

Zusammenhanglos aneinander gereihte Fragen, langweiliger Kontext? Dadurch motivierst du wohl niemanden zu einer Befragung. Gestalte deinen Fragebogen passend zum Thema und mache die Teilnahme zu einem Erlebnis. Jeder Teilnehmer, der sich seiner Zeit beraubt fühlt, wird sich nicht viel Mühe geben den Fragebogen wahrheitsgemäß zu beantworten.

#4 Anonymität

Informiere die Teilnehmer sowohl darüber, dass die Teilnahme freiwillig ist, als auch, dass du eine 100-prozentige Anonymität gewährleistest – wenn die Befragung anonym stattfinden kann. So gibst du deinen Teilnehmern die Sicherheit, dass keine Verbindung zwischen den Antworten und der Person gezogen werden kann. Dies ist insbesondere bei Mitarbeiterbefragungen, wo der Teilnehmer eine persönliche Konsequenz aus seinen Antworten befürchten kann, wichtig.

#5 Incentives

Eine Möglichkeit, um die Teilnehmerquote zu erhöhen ist der Einsatz von Incentives. Hier kannst du beispielsweise mit einem Gewinnspiel oder einem Gutscheincode einen weiteren Anreiz zur Teilnahme an der Umfrage setzen.

Wie du siehst, sind es einfache Tipps, die den Erfolg deiner Umfrage beeinflussen können. Wirf vor der Festlegung der Fragen einen kurzen Blick auf die Bindung zu deinen Teilnehmern. Anhand dessen kannst du bereits in der ersten Konzeptionsphase definieren, wie viele Fragen deine Umfrage haben darf/sollte.

Unser Tipp für die Fragebogenlänge

Bei einer niedrigen Bindung sollte die Beantwortung zwischen 5 – 10 Minuten dauern – kurz und knapp. Bei einer Mitarbeiterbefragung darf die Befragung auch 30 Minuten in Anspruch nehmen. Daran erkennst du schon die Unterschiede.

Und wenn du mit einem Incentive arbeitest, dann stell dir einfach selber die Frage: Wie viel ist dir der Incentive in Minuten wert, die du für die Beantwortung der Umfrage benötigst.

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